Amateurfunknovelle 2022

Die Amateurfunkverordnung (AfuV) soll novelliert werden. Bedeutendste Änderung wird vermutlich die Einführung der vereinfachten Lizenzklasse N sowie die Änderung der Prüfungsmodalitäten. Dieser Artikel gibt eine unverbindliche Information über die wesentlichen Punkte der Novelle.

Aktueller Stand

Die Amateurfunknovelle ist noch nicht in Kraft getreten (Stand 30.12.2022).

Am 18.10.2022 wurde vom Runden Tisch Amateurfunk (RTA) eine Stellungnahme zum vorgelegten Referentenentwurf veröffentlicht. Zugang zu diesem Dokument ist nur nach Login beim DARC möglich. Michael DL2YMR hat jedoch ein YouTube-Video zu diesem Thema veröffentlicht, in dem wesentliche Punkte des Dokuments besprochen werden.

Am 05.09.2022 wurde vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr ein Referentenentwurf für eine neue Amateurfunkverordnung vorgelegt.

Neue Lizenzklasse N nach der Amateurfunknovelle 2022. Bildquelle: DARC

Inhalte

Nachfolgend werden die unserer Meinung nach praxisrelevanten Änderungen des Referentenentwurf des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr sinngemäß beschrieben. Dieser ist noch nicht in Kraft getreten und stellt kein gültiges Recht dar (Stand 12.2022). Wir können keine Garantie für die Richtigkeit der nachfolgenden Informationen übernehmen. Zitate beziehen sich auf den Referentenentwurf vom 05.09.2022.

Definitionen

Einige Begriffsdefinitionen werden verändert. Der Begriff „Relaisfunkstelle“ wird dahingehend erweitert, dass diese explizit „von jedem Funkamateur mit entsprechenden Frequenznutzungsrechten […] genutzt werden kann“ [§2 (5)]. Relais stehen dadurch per Gesetz jedem Funkamateur, unabhängig von Vereinszugehörigkeit o.ä. zur Verfügung. Neu hinzu kommt der Begriff „Remote-Betrieb“ [§2 (6a)]

Prüfungsmodalitäten

Es soll eine vereinfachte Lizenzklasse N eingeführt werden, die Zugang zum 2m und 70cm-Band ermöglicht [Anhang A und B, S. 12f., speziell Fußnote 17]. Rufzeichen für Klasse N werden aus der Gasse DN gebildet, bestehende DN-Ausbildungsrufzeichen verlieren ihre Gültigkeit. Für Klasse N müssen im Prüfungsteil „Technik“ nur „wesentliche Grundzüge der […] Kenntnisse“ nachgewiesen werden [§4 (3)]. In allen Lizenzklassen A, E und N müssen die Prüfungsteile „Betriebliche Kenntnisse“ und „Kenntnisse über nationale Vorschriften“ in vollem Umfang abgelegt werden [§4 (2) und (3)]. Die Prüfungen unterscheiden sich weiterhin nur im Teil „Technische Kentnnissse“.

Remote-Betrieb

Remote-Betrieb wird in der neuen AfuV explizit geregelt. Remote-Betrieb darf nur von Lizenzinhabern der Klasse A durchgeführt werden [§13a (1)]. Beim Remote-Betrieb soll dem Rufzeichen der Zusatz „Remote“ bzw. „/R“ angefügt werden [§11 (b)]. Jeder Standort, an dem eine Amateurfunkstelle Remote bedient werden kann, muss der BNetzA mit Kontaktdaten des Verantwortlichen sowie dem verwendeten personengebundenen Rufzeichen oder Klubrufzeichen gemeldet werden [§13a (3)]. Im Fall einer Klubstation hat der Rufzeicheninhaber Aufzeichnungen über den Kreis der berechtigten Funkamateure zu führen [§13a (4)] sowie unberechtigten oder missbräuchlichen Zugriff auf die Remote-Station durch geeignete Maßnahmen auszuschließen [§13a (5)].

Ausbildungsfunkbetrieb

Alle Funkamateure mit Lizenzklasse A und E dürfen Ausbildungsfunkbetrieb durchführen [§12 (1)]. Ausbildungsrufzeichen der Reihe DN0AAA bis DN8ZZZ fallen weg und verlieren ihre Gültigkeit [§19 (3)]. Stattdessen wird dem personengebundenen Rufzeichen des Ausbilders der Präfix DN/ vorangestellt [§12 (3)]. Es sind Aufzeichnungen in schriftlicher oder elektronischer Form [§12 (4)] zu führen und für genau ein Jahr aufzubewahren. Anschließend müssen diese vernichtet oder automatisiert gelöscht werden [§12 (4)].

Frequenzbereiche

Lizenzinhaber der Klasse A haben weiterhin Zugang zu allen Bändern. Neu hinzugekommen ist eine feste Zuweisung im 60m-Band (5351,5-5366 kHz) mit 15W EIRP. Zudem wurde der Zugang zum 6m-Band verändert und gewährleistet nun 25W PEP auf sekundärer Basis in den Bereichen 50-52 MHz [Anhang A].

Lizenzinhaber der Klasse E erhalten Zugang zu allen Bändern über 23cm (insb. 13cm und 6cm für HAMNET) mit 5W PEP [Anhang A].

Lizenzinhaber der Klasse N erhalten Zugang zum 2m und 70cm-Band mit max. 10W EIRP [Anhang A, Fußnote 17]

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