DXpeditionen

  • Funkstation bei unserer DXpedition nach Langeland (Dänemark)

Was ist eine DXpedition?

Siehe hierzu Amateurfunk ➞ Was ist eine DXpedition?

Welche Expeditionen haben im OV Coburg stattgefunden?

Nachdem wir weder Erfahrung im Klettern noch ein Überlebenstraining in der Antarktis absolviert hatten, fingen wir in den Jahren 2013 und 2014 klein an und begaben uns mit einem Team von jeweils fünf Personen auf die Inseln Langeland (EU-172) bzw Jegindø (EU-171) nach Dänemark. Diese Inseln waren zu dem Zeitpunkt bei Funkamateuren noch recht gesucht und außerdem bequem mit dem Auto zu erreichen.

Im Jahr 2015 aktivierten wir die Insel Pasman (EU-170) in Kroatien, die ebenso wie die Expeditionen nach Langeland bzw. Jegindø mit dem Auto angefahren wurden.

DXpedition Palagruža EU-190

Unser bisher größtes Abenteuer erlebten wir auf der Insel Palagruža. Teammitglieder aus dem OV Coburg waren: Robert DK2RO, Thilo DL9NBJ, Heinz DC5WW und Anton DL8AW. Mit an Bord waren noch Manfred DD0NM (OV B41), Sascha DJ6TJ und drei kroatische Funkamateure Emir 9A6AA, Mladen 9A2NA und Franjo 9A2MF, die uns im Vorfeld bei der Kommunikation mit den kroatischen Behörden tatkräftig unterstützt haben. Palagruža ist eine einsame Insel mitten in der Adria (etwa je 70km von Italien und Kroatien entfernt). Um dorthin zu gelangen muss ein Schiff gechartert werden. Auf der Insel gibt es keine dauerhafte Bevölkerung. Außer uns wohnten nur zwei Leuchtturmwärter auf der Insel. Sie verbringen dort einen Monat, bevor sie zurück ans Festland dürfen und von zwei weiteren Leuchtturmwärtern abgelöst werden. Palagruža ist etwa 1,4km lang, 300m breit und 90m hoch.

Video zur Expedition nach Palagruža des OV-Coburg 2016

Da die Insel nicht an das Strom- und Wassernetz angeschlossen ist und natürlich auch kein Supermarkt existiert, mussten wir einige Dinge selbst mitbringen: Zwei Stromgeneratoren, etwa 130 Liter Benzin, Verpflegung (Wasserkanister und Nahrung) und natürlich tonnenweise Kabel, Antennen und Funkgeräte. Glücklicherweise konnten wir im Leuchtturm übernachten, sodass wir keine eigenen Zelte mitbringen mussten. Man kann sich vorstellen, wie aufwendig die Planung einer solchen Expedition ist – besonders wenn keiner der Teilnehmer kroatisch spricht. Zum Glück trafen wir Emir, Mladen und Franjo im Jahr zuvor auf der Amateurfunkmesse Ham Radio in Friedrichshafen und konnten sie überzeugen, uns auf die Expedition zu begleiten. Nach einer Woche standen knapp 7700 QSOs im Log.

Weitere Informationen auf unserer Expeditionswebseite.

DXpedition Tombelaine EU-156

Nachdem Palagruža schon eine selten aktivierte Insel war, sollte es im Jahr 2018 noch seltener werden. Daher begaben sich Max DF2MX, Robert DK2RO und Anton DL8AW im Jahr 2018 auf den Weg auf die französische Insel Tombelaine EU-156, die ganz andere Herausforderungen als Palagruža stellte. Die Sprachbarriere Französisch war dabei nicht das einzige Problem.

Tombelaine ist eine unbewohnte Insel in der Bucht von Mont-Saint-Michel, die nur zu Fuß bei Ebbe zu erreichen ist. Überall in der Bucht stehen Warnschilder, die auf den hohen Tidenhub von über 10 Metern hinweisen. Dadurch entsteht die Gefahr, sich zu weit in die Bucht hineinzuwagen und dann von der herannahenden Flut überrascht zu werden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Insel Vogelschutzgebiet ist und der Zutritt innerhalb der Brutzeit vom 15. März bis 31. Juli verboten ist. Außerhalb dieser Zeit darf die Insel betreten werden – man darf allerdings keine Zelte aufstellen und dort nicht übernachten. Daher blieb uns im geplanten Zeitraum nur übrig, um etwa 15:30 Ortszeit bei Ebbe zur Insel zur laufen und nachts gegen 03:00 bei der nächsten Ebbe im Dunklen wieder zurück zu laufen.

Uns war bewusst, dass wir möglichst leichte Ausrüstung brauchten. Bei diversen Funkamateuren liehen wir uns alle Lithium-Polymerakkus, die wir auftreiben konnten. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Dieter DG2NBN (OV B26) und Heinz DC5WW (OV B19), die uns einige ihrer Akkus überließen. Blei-Akkus wären für den Weg zu schwer und ineffizient gewesen. Bei unseren ersten Versuchen zur Insel zu gelangen zeigte sich, warum die Insel Tombelaine eine der gesuchtesten Inseln unter Funkamateuren ist:

Wenn man den richtigen Weg nicht kennt, versinkt man Knietief im Schlamm

Diesen Weg (etwa 1,5km) mit je 20kg Gepäck um 03:00 Uhr bei Dunkelheit zurückzulegen wäre viel zu gefährlich gewesen. Wir schlossen uns daher einige Tage zuvor einer geführten Wanderung durch die Bucht an, die auch an der Insel Tombelaine vorbeiführte. Der Guide erklärte auf dem Weg durch die Bucht viele Dinge, über das Meer und die Tiere – leider verstanden wir kein Wort Französisch. Er führte uns einen Weg entlang, auf dem man maximal knöcheltief einsank und der sich recht gut bewältigen ließ. Diesen Weg zeichneten wir mit mehreren GPS-Geräten auf und verfolgten diesen am Tag der Expedition zur Insel und wieder zurück.

Durch die Gewichtslimitierung konnten wir natürlich keine große Station auf Tombelaine aufbauen. QSOs wurden mit etwa 50W aus den zwei Portabeltransceivern SGC SG-2020 und Yaesu FT-891 und zwei Dipolen mit einem ausziehbaren Fiberglasmast geführt. Geloggt wurde – anders als bei den bisherigen Expeditionen – per Hand auf Papier.

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